Bunte Tapeten und Bordüren



Während zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Trend von den Tapeten eher zu Putz oder anderen natürlichen Stoffen an den Wänden tendiert, war es im 20. Jahrhundert geradezu unschicklich, keine Tapeten zu haben. Stellenweise wurden sie mit Bordüren verschönert.

 

Die Tapeten und Bordüren unterliegen ebenso der Mode wie Kleidung. Es finden sogar Messen statt, auf denen die neuesten Trends in Sachen Wandkleidung vorgestellt werden. Die ersten bekannten Tapezierversuche datieren aus dem Jahre 1469. In Cambridge/England kann man heute sogar noch Tapeten von 1509 bewundern. Ein Durchbruch war die Erfindung von Druckmaschinen für Papiertapeten im 19. Jahrhundert. Mit ihr standen für die farbliche Gestaltung alle Möglichkeiten offen und sie wurden ausgiebig genutzt. Bunte Tapeten waren plötzlich überall zu finden oder zumindest dort, wo man sich Tapeten leisten konnte. Anfang des 20. Jahrhunderts war dies nämlich oft eine Frage des Geldes. In den 1920er Jahren kam man dann aber wieder ganz von ihnen ab und wandte sich der kahlen, zart getönten Wand u.

 

Im Wesentlichen orientierte sich die Tapete an den herrschenden Stilepochen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte der Jugendstil in Deutschland vor. Dementsprechend fanden sich an der Wand Tapeten mit Jugendstilelementen. Kräftige Farben waren dabei nichts Ungewöhnliches. Die Motive waren häufig Pflanzen und Tiere. Passend dazu gab es bereits Bordüren, die oben unter dem Übergang zur Decke befestigt wurden.

 

Ab den 1970er Jahren waren große auffällige Muster in, die natürlich ebenfalls in unterschiedlichen Farben daherkamen. Vor allen Dingen die Flower Power Zeit brachte Tapeten in den auffälligsten Farben hervor. Heute sind diese übrigens wieder unter dem Namen Retrotapeten im Handel. Sie zeigen auffällige große Muster, bei denen mit grellen Farben selten gegeizt wurde.

 

Nach den Auffälligkeiten der Flower Power Generation ging es in den darauffolgenden Jahrzehnten an der Wand eher ruhig zu. Natürlich blieben bunte Tapeten, aber sie zeigten weniger auffällige Muster und stachen nicht so extrem ins Auge, wie es manche Tapeten aus der Flower Power Zeit taten. Stellenweise kleisterte man sogar Tapeten in dunklem Braun an die Wand. Gedeckte und ruhige Farben wechselten sich im 20. Jahrhundert bei der Wandgestaltung mit bunten und schrillen Farben ab. Im Grunde genommen gaben die Tapeten und Bordüren die Stimmung der Menschen wieder. Ging es ihnen gut, wurden sie farblich mutiger. In schlechteren Zeiten ging man es ruhiger an.

 

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