Damenschuhe im 20. Jhd.



Die Frau und ihr Schuhtick sind legendär. Die Schuhindustrie macht es den Damen aber auch sehr einfach, diesen Tick auszuleben. So vielfältig wie in der Gegenwart war das Angebot noch nie. Hauptsächlich haben wir die aktuelle Schuhmode der rasanten Entwicklung ab Mitte des 20. Jahrhunderts zu verdanken. Vorher waren Schuhe hauptsächlich zum Schutz der Füße vorgesehen. Der modische Aspekt kam erst sehr viel später hinzu. Heute steht dieser zumeist im Vordergrund, während man die Schutzfunktion als Selbstverständlichkeit abtut.

 

Zuerst einmal wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts neue Gerbverfahren entwickelt. Bisher standen für die Herstellung von Schuhen nur pflanzlich gegerbte Oberleder zur Verfügung. Nun kamen wesentlich dünnere Leder hinzu, die mit Chromsalzen gegerbt wurden. Sie fanden hauptsächlich an den Schäften der Schuhe Verwendung, wodurch sich zahlreiche neue Schaftformen realisieren ließen. Auch Schuhcreme in Blechdosen wurde zur selben Zeit wie das chromgegerbte Leder entwickelt und ermöglichte eine vollumfängliche Pflege der Schuhe. Bahnbrechend war allerdings die Erfindung des Klebeverfahrens mit Zelluloidkitt. Dieses Verfahren eröffnete die Möglichkeit zur Massenherstellung von Schuhen.

 

In den 1920er Jahren fanden die Halbschuhe Einlass in die Welt der Schuhe. Sie erfreuten vor allem die Damen. Die nächste Erfindung waren vollsynthetische Werkstoffe, die es erlaubten, billige Schuhe herzustellen, die dementsprechend eine minderwertige Qualität hatten. Da man sich in Deutschland aber nun im Krieg befand, durfte man in Sachen Schuhen nicht wählerisch sein. Im Gegenteil, man musste froh sein, überhaupt welche zu haben. Zuerst erhielten nämlich die Angehörigen des Militärs gutes Schuhwerk, dann kamen die Männer aus der zivilen Bevölkerung und anschließend Frauen und Kinder. Was für diese übrig blieb, muss sicher nicht näher erläutert werden.

 

Nach dem Krieg kam recht bald der wirtschaftliche Aufschwung und mit ihm konnte sich endlich auch die Schuhmode in alle Richtungen entwickeln. Es kamen wiederum neue Materialien und neue Verfahren heraus. Der Pumps kam Anfang der 1960er Jahre auf den Markt. Er mauserte sich schnell zum Allroundtalent. Frau trug ihn zu jeder erdenklichen Gelegenheit und so gab es bald die verschiedensten Arten von Pumps. In den 1970er Jahren lebte man auf hohen Sohlen. Es war das Zeitalter der Plateauschuhe, die man unisex trug. Die 1980er Jahre nutzte man zu Farb- und Materialexperimenten. Während die 1990er von Bequemlichkeit geprägt waren. Birkenstock und Turnschuhe waren das Schuhwerk des Jahrzehnts. Selbst bei den Modenschauen in Mailand und Paris trugen die Models Birkenstock.

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