Der Denver Clan – unvergessene Reiche und Schöne
Die weite Welt der Reichen und Schönen sah seit der Erstausstrahlung des “Denver Clans” in Deutschland am 24. April 1983 vollkommen anders, ja, noch glamouröser aus. Waren vorangegangene Soap – Operas beispielsweise vor allem bekannt dafür, dass man die Produktionskosten so niedrig wie möglich zu halten versuchte, und sich diese “Qualität” das eine oder andere Mal sicher auch bei den schauspielerischen Leistungen bemerkbar machte, setzte der “Denver Clan” auch in dieser Hinsicht gänzlich neue Maßstäbe.
Mit zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Dollar war diese “Neuauflage” der bisher bekannten “Soaps” eindeutiger Spitzenreiter. Möglicherweise war das “gehobene Ambiente” rund um die Serie herum auch einer der Gründe für den immensen Beliebtheitsgrad und die daraus resultierenden, atemberaubenden Einschaltquoten.
Die vielen Millionen Zuschauer, welche die insgesamt 220 Episoden des “Denver Clans” Woche für Woche aufs Neue gespannt verfolgten, sprechen in jedem Fall für sich. Der Denver-Clan, dessen Originaltitel übrigens “Dynasty” lautet, spielt in Denver, Colorado und schildert den Machtkampf der beiden rivalisierenden Ölfirmen Colbyco und Carrington sowie den Rosenkrieg zwischen Blake Carrington und seiner Ex-Frau Alexis Colby.
Die TV-Zuschauer liebten es offenbar, zumindest auf indirekte Weise Anteil zu haben an den schmutzigen Geschäften, den zahlreichen Intrigen, den Affären, den Morden und all den anderen “aufregenden Gegebenheiten”, die der Denver Clan zum Besten gab. Und so werden John Forsythe, Linda Evans, Joan Colin, Al Corly & Co. auch heute noch in erster Linie mit der immer wieder aufs Neue faszinierenden TV-Serie “Denver Clan” in Verbindung gebracht.
Was aber haben Chalton Heston, George Hamilton, Ali McGraw oder Helmut Berger mit dem Denver Clan zu tun? Eine ganze Menge, denn immerhin hatten sie einst eine Gastrolle in der Serie. So auch Rock Hudson, welcher im Jahre 1985 seine HIV-Infektion publik machte. Tragisch genug, aber als er im Film Linda Evans flüchtig küsste, wurde ihm noch lange vorgehalten, bedenkenlos mit ihrer Gesundheit gespielt zu haben.
Sogar “die Evans” gab später an, dass sich eine Reihe von Menschen (körperlich) von ihr distanzierte, aus Angst vor einer möglichen Ansteckung. AIDS war seinerzeit eben noch nicht vollends erforscht.
Ein durchaus beeindruckender Aspekt war die Tatsache, dass der Denver Clan mit seinen Kostümen, die bekanntlich allesamt im protzig-glitzernden Look daherkamen, maßgeblich den Mode-Stil der Achtziger prägte. Grund genug also, Nolan Miller, den damaligen Chef-Kostümdesigner in diesem Zusammenhang noch einmal namentlich zu erwähnen.