Der Klebestreifen – endlich war sauberes Kleben möglich
Die Möglichkeit, etwas zusammen zu kleben, damit man dieses verschließen oder wieder reparieren kann, entdeckten die Menschen schon früh. Bereits die Neandertaler kannten diese Technik und verwendeten Birkenpech für die Herstellung von Werkzeugen. Das Birkenpech kommt übrigens auch heute noch zum Einsatz. Allerdings zählt es nicht gerade zu den saubersten Methoden des Leimens und das genau war das Problem, welches die Menschheit lange Zeit verfolgte. Es gab zwar die verschiedensten Klebemittel, aber von einem sauberen Arbeiten mit diesen konnte keine Rede sein. Das änderte sich mit der Erfindung des Klebestreifens, umgangssprachlich weiterhin Klebeband oder Tesafilm genannt.
Als Klebestreifen wird ein durchsichtiger Plastikstreifen bezeichnet, der entweder auf einer oder beiden Seiten mit Klebstoff versehen ist. Der Klebestreifen ist zumeist auf einer Rolle aufgebracht. Man rollt ein entsprechendes Stück ab, trennt es durch Reißen – dafür gibt es Vorrichtungen, wo man die Rolle einspannen kann – oder Schneiden ab und klebt es auf die gewünschte Fläche. Endlich konnte man problemlos und sauber Klebearbeiten durchführen.
Der Vorläufer des Klebestreifens war eine Entwicklung von Oscar Troplowitz, der im Jahre 1901 für das Unternehmen Beiersdorf AG einen Klebeverband schuf. In seiner heutigen Form wurde der Klebestreifen von Richard G. Drew erfunden. 1930 brachte er das erste durchsichtige Klebeband mit einer vollständig beschichteten Klebefläche für das Unternehmen 3M heraus. Es diente damals als Verschlussmittel für Verpackungen. In der Gegenwart gibt es rund 900 Klebestreifen von verschiedenen Herstellern.
Der Klebestreifen ist eine der Erfindungen des 20. Jahrhunderts, die der moderne Mensch auf keinen Fall mehr missen will. Wie sollten wir ohne Klebestreifen Geschenke verpacken? Wie sollten wir ohne Klebestreifen Briefe zukleben, bei denen der Klebstoff nicht mehr hält? Es gibt Hunderte von Beispielen, bei denen wir ohne Klebestreifen förmlich verloren wären. Auf Klebestreifen trifft man mittlerweile in jedem Haushalt. Hier kommen hauptsächlich so genanntes Filmband und Paketband zum Einsatz. Ferner können Industrie, Handel und sogar die Raumfahrt auf Klebestreifen nicht verzichten. Natürlich greifen sie auf wesentlich haltbarere Ausführungen zurück. Malerkrepp ist zum Beispiel ebenfalls eine Art von Klebeband, welches aber nicht unbedingt Ähnlichkeit mit dem durchsichtigen Klebestreifen hat. Es ist eher aus Papier, welches mit einer Klebeschicht versehen ist. Zum Einsatz kommt Malerkrepp zum Abkleben von Lichtschaltern, Türrahmen und ähnlichem, damit diese vor der Farbe geschützt werden. Weiterhin werden Heftpflaster dem Klebeband zugeordnet.