Der Trenchcoat – von der Armeebekleidung zum Modeliebling
Man schließe die Augen und stelle sich einen Trenchcoat vor! Welches Bild sich da wohl manifestiert? Wahrscheinlich das eines wirren Polizeiinspektors, der stets eine dicke Zigarre qualmt, seinen Hund schlichtweg Hund nennt, immer noch eine letzte Frage zu stellen hat und am Ende dann doch den Fall löst. Peter Falk alias Columbo heißt der schrullige Herr mit so viel Charme, der zum Inbegriff des Trenchcoatträgers wurde. Aber auch Sherlock Holmes ging nie ohne seinen Trenchcoat auf Spurensuche.
Kein Wunder also, dass der Trenchcoat heute mit Detektivbekleidung assoziiert wird. Im 20. Jahrhundert haben schließlich viele Filmcharaktere dafür gesorgt. Aber die eigentliche Geschichte des Trenchcoats ist eine andere.
Praktische Bekleidung musste her
Garbadine, so heißt der feste Baumwollstoff, der die Anfänge des Trenchcoats einläutete. Aber bereits im 19. Jahrhundert. Damals nämlich stellte ein Geschäftsmann des Textilsektors fest, dass sich aus diesem Material ein wasserdichter Mantel herstellen lässt, der noch dazu in seiner Robustheit überzeugt.
Aber wer sollte damals derartige Kleidungsbedürfnisse haben? Natürlich das Militär und somit waren Briten wie auch Franzosen im ersten Weltkrieg in diesen Mantel gehüllt.
Auch wenn es nicht erstes Bestreben war, ein schickes Kleidungsstück zu kreieren, so war der Trenchcoat, verglichen mit der üblichen Regenbekleidung des frühen 20. Jahrhunderts, ein echtes Modehighlight. Deshalb sollte das praktische Teil nicht nach dem Krieg in der Versenkung verschwinden und wurde stattdessen weiterhin getragen.
Filme machten den Trenchcoat berühmt
Humphrey Bogart, dem im 20. Jahrhundert die Frauenherzen zuflogen, war es, der dem Trenchcoat zu seiner heutigen Beliebtheit verhalf. Da wurde kaum ein Filmmädchen geküsst, ohne dass ein Trenchcoat dieses Treiben begleitete. Folglich musste jeder Mann, der wenigstens im Ansatz den Sexappeal Bogarts ausstrahlen wollte, sich einen solchen Mantel zulegen. Auch wenn manche männlichen Exemplare weit von Bogarts Frauenwirkung im Trenchcoat entfernt waren, so steigerten sie dennoch seinen Produktabsatz rasant.
Geschlechtsheterogene Kleidung
Noch weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus war es undenkbar, dass Männer und Frauen die gleiche Kleidung trugen. Was sollte ein Mann im Rock schon darstellen? Und entsprechend brauchte eine Frau in Hosen auch nicht das Mannsweib zu markieren. Umso erstaunlicher war es, dass bezüglich des Trenchcoats plötzlich Geschlechtereinheit herrschte.