Der Treteimer – im Badezimmer willkommen
Eben noch hat man sich mit einem Wattepad das Gesicht gereinigt oder mit einem Wattestäbchen die Ohren gesäubert. Doch wohin nun damit? Ah ja, das steht ein Treteimer in der Ecke. Einmal auf das Pedal getreten, der Deckel öffnet sich wie von Zauberhand und hinein damit mit Wattepad oder – Stäbchen. Ist ganz einfach und kein Kraftakt. Viele solche nützlichen Dinge für den Alltag haben wir dem 20. Jahrhundert zu verdanken, nur machen wir uns darüber im Allgemeinen kaum Gedanken. Wie war es denn, als es noch keine Treteimer gab? Na klar, der Abfall landete regulär im Abfalleimer und dieser wiederum in der Mülltonne, welche in regelmäßigen Abständen von der städtischen Müllabfuhr geleert wird. Somit ist das Abfallproblem ohne großen Aufwand nachhaltig beseitigt.
Den Treteimer gab es aber nicht immer, ja nicht einmal normale Mülleimer waren früher vorhanden. Die Müllentsorgung ist im Grunde genommen eine Erfindung der Neuzeit. Im Mittelalter und noch viele Jahrhunderte danach löste man sein Müllproblem ganz einfach: Fenster auf, Müll hinauswerfen, Fenster wieder zu, fertig! Die Folge waren Hygienezustände, die auf Deutsch gesagt unter aller Sau waren. Auf den Straßen stank es bestialisch, aber das war nicht das einzige Problem. Durch die gammligen Abfälle gab es Ungeziefer in Massen und dieses brachte natürlich viele tödliche Krankheiten mit. Dazu kam das Verhältnis zu Wasser. Niemand kam auf die Idee, sich mit Hilfe von Wasser zu waschen. Täglich erkrankten Tausende von Menschen und die meisten starben.
Da ist doch die städtische Müllentsorgung, die uns zur Verfügung steht, ein Segen Gottes. Der Treteimer dagegen dient eher der Bequemlichkeit und der besseren Hygiene. Natürlich würde es ein normaler Abfalleimer ebenfalls tun. Er ist genauso mit einem Deckel versehen, der entweder hochgeklappt werden muss oder gleich mit einem Schwingdeckel ausgestattet ist. Um diesen zu benutzen, muss man sich allerdings herunterbeugen und den Deckel berühren. Das ist hygienisch bedenklich. Bei einem Treteimer entfällt das Berühren des Deckels und überhaupt des Eimers. Man betätigt lediglich das Pedal mit dem Fuß und der Deckel öffnet sich. Nunmehr kann man seinen Abfall hineingeben. Gerade im Badezimmer hat sich ein Treteimer bewährt. Schließlich landet hier auch Abfall darin, den andere weder zu Gesicht, noch in die Hände bekommen sollen.