Dessous – Entwicklung im 20. Jhd.



Früher hieß Unterwäsche einfach Unterwäsche. Heute spricht man von Dessous, zumindest wenn es sich um besonders zarte oder reizvolle Unterwäsche handelt. Zu den Dessous gehören BHs und Höschen, aber auch Hemden, Leibchen, Bodysuits und Bodys. Ein Hauptmerkmal der Dessous sind die edlen Stoffe, die dafür verwendet werden. Seide wird für besonders hochwertige Dessous genommen. Stellenweise werden Dessous weiterhin mit dem Begriff Lingerie belegt.

 

Die Entwicklung der Dessous begann eigentlich recht zeitig. Bereits im Alten Rom gab es Kleidungsstücke, die einem Bikinioberteil ähnlich sahen und sozusagen also eine Form des BHs waren. Slips, wie sie heute unverzichtbar bei einem modernen Menschen sind, tauchten bis Ende des 18. Jahrhunderts dagegen kaum auf. Die Damen trugen bis dahin lediglich Unterröcke. Die Herren der Schöpfung zogen ihren langen Hemden durch die Beine hindurch, sodass sie eine Art Unterhose bildeten. Im späten 18. Jahrhundert entwickelte sich die Männerunterhose. Die Frauen bekamen erst ab dem frühen 19. Jahrhundert eine derartige Kleidung geboten. Die Dessous, wie wir sie aus der Gegenwart kennen und schätzen, waren ausschließlich dem 20. Jahrhundert vorbehalten und auch da musste man noch eine gewisse Zeit warten, bis es etwas vielfältiger zuging.

 

Die Erfindung des BHs geht auf Mary Phelps-Jacob zurück. Sie machte aus Bändern und zwei Tüchern ein Kleidungsstück, welches ihre Brüste bedeckte. Ihre Erfindung wurde 1914 patentiert. Der BH löste das Korsett ab, was bis in die 1910er Jahre modern war. Wie viele Kleidungsstücke zur damaligen Zeit wurde der BH aus Leinen gefertigt. Es war pflegeleicht. Das allein zählte. Ab den 1920er Jahren kamen als Materialien Musselin, Batist und Seide hinzu. In den 1930er Jahren musste sich der BH gegen das Mieder behaupten. Ab 1947 jedoch war der Büstenhalter nicht mehr aufzuhalten. Wie es der Mode entspricht, wies der BH die unterschiedlichsten Formen auf. Anfangs war er knabenhaft, dann wurde er rund, anschließend spitz. Seit 1994 ist die Zeit der Bras. Es kamen der Wonderbra und der Push-up auf. Heute gibt es unzählige Arten von BHs.

 

Der Slip ist die perfekte Ergänzung zum BH. Fällt er eher klein aus und wird von Frauen getragen, sagt man auch Höschen dazu. Beim Mann dagegen heißt es schlicht und einfach Unterhose. Es gibt diverse Arten von Slips. Ein revolutionärer Entwicklungsschritt bei den Slips war im 20. Jahrhundert die Einführung des Gummibandes am Bund. Bei den Männern war bis in die 1970er Jahre der weiße Slip aus Doppelripp ein Hit. Alternativ gab es weiterhin Unterhosen mit Eingriff. Später gab es Feinripp-Slips, die wiederum von Boxershorts in den 1980er und Retropants in den 1990er abgelöst wurden. Die Frauen waren vielfältiger. Ihnen standen French Knickers, Tangas, Strings, Jazzpants, Hüftslips und Panties zur Verfügung.

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