Die Kaffeemaschine in Ost und West



Ohne Kaffee geht es nach Ansicht vieler Fans dieses „Muntermachers“ nicht. War es noch zu Vorkriegszeiten sowie auch in der DDR der „gute, alte“ Muckefuck, der nach dem Aufstehen für gute Laune sorgen sollte, so hat sich dies bis zum Ende des 20. Jahrhundert glücklicherweise geändert. Mitunter gestaltete es sich vor allem in der DDR als sehr langwierig, ohne entsprechendes Gerät einen frischen, heißen Kaffee aufzubrühen. Eine Menge Geduld war hierfür zuweilen erforderlich. Bis endlich die Kaffeemaschine erfunden und am Markt etabliert wurde.

Vom „Muckefuck“ bis hin zu „Erichs Krönung“…

Etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatte es die Kaffeemaschine im östlichen Teil Deutschlands jedoch vergleichsweise schwer. Zum Beispiel, als die Menschen 1976 bis 1977 im Ostblock unter der Kaffeekrise zu „leiden“ hatten, wurde von Seiten der Regierung ein Kaffee-Special eingeführt, das nur noch zur Hälfte aus normalem Kaffee bestand. Die andere Hälfte setzte sich aus Getreide und Zuckerüben-Schnitt zusammen. Eine Tortur für jede Ost-Maschine, denn nicht jedes Gerät war in der Lage, aus dieser Mixtur reibungslos ein kaffeeähnliches, wohlschmeckendes Getränk zu bereiten. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts waren die Zeiten von „Erichs Krönung“ – übrigens eine nicht gerade löbliche Bezeichnung der DDR-Bürger von damals für das eigentümlich schmeckende Gebräu – endgültig vorbei.

Ein Kaffee der besonderen Art…

Dass sich DDR-Kaffeemaschinen in so genannten Ostalgie-Läden selbst noch gegen Ende des 20. Jahrhunderts einer großen Beliebtheit bei den Verbrauchern erfreuten, liegt wohl keineswegs daran, dass der eine oder andere noch immer eine gewisse Sehnsucht nach DDR-Zeiten hegt. Sondern vielmehr gilt es, in gewissen Bereichen des täglichen Lebens noch eine Art Lebenskultur vergangener Zeiten aufrechtzuerhalten, die es in der bekannten Form wohl nie wieder geben wird.

In den 1990er Jahren erlangte übrigens die ostdeutsche, knallrote Kaffeemaschine aus dem Hause Mitropa (heute SSP Deutschland GmbH) insbesondere durch eine Fernseh-Show von Hape Kerkeling quasi über Nacht einen hohen Bekanntheitsgrad im Westen. Diese „hochtechnologisch“ ausgestattete Kaffeemaschine wurde aus unterschiedlichsten Gründen sowohl dem Mann auf der Straße, als auch prominenten Persönlichkeiten überreicht, wenn diese eine bestimmte Aufgabe (mehr oder weniger) erfolgreich gemeistert hatten.

In jedem Fall denkt – trotz all‘ des technischen Fortschritts des 20. Jahrhunderts – der eine oder andere auch noch ein wenig wehmütig an jene Zeiten zurück, in denen die gute, alte Kaffeemühle ein unverzichtbares Utensil in der Küche war. Lang, lang ist’s her….

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