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Entwicklung der Pauschalreisen




Thomas Cook zählt heute zu den größten Anbietern von Pauschalreisen und ist sogar der Vater dieses Gedanken. Auch wenn die Anfänge des Pauschaltourismus mit der heutigen Ideologie von diesem Urlaubsvergnügen nichts mehr gemeinsam haben.

Auf 1841 datiert die erste Pauschalreise, die Thomas Cook auf die Beine stellte. Fast 600 Reisewillige wurden in einen Zug gesetzt und von vorne bis hinten versorgt und bespaßt. Grundsätzlich ist dieser Hintergrundgedanke bis heute geblieben, wenngleich sich die Umsetzung deutlich verändert hat. Was damals die Eisenbahn war, ist heute das Flugzeug. Belegte Brote und Tee wurden durch Sangria aus Eimern und Fast Food ersetzt. Und während heute aus den Boxen Jürgen Drews als König von Mallorca dröhnt, bestand die Animation im 19. Jahrhundert aus gediegener Musik und die Trunkenheit lag nicht am Bier, sondern an den passenden Schunkelbewegungen.

Pauschalreise ohne Urlaubsanspruch

Thomas Cook und seine Idee, einen Urlaub zu inszenieren, in dem dem Reisenden sozusagen die Zunge von links nach rechts gelegt wird, fanden bereits im 19. Jahrhundert großen Zuspruch. Aber so traumhaft die Vorstellung auch wahr, den einzigen Handschlag im Urlaub auf die alltägliche Hygiene beruhen zu lassen, so unerreichbar war dieses Ziel für die meisten Menschen. Schließlich hatten sie für einen solchen Spaß weder das Geld noch den nötigen Urlaubsanspruch. Erst in der Weimarer Republik traten Gewerkschaften auf den Plan und sorgten dafür, dass Arbeitnehmer geregelte Erholungsansprüche erhielten.

Wirklich los ging dieser Reiseboom dann während der Zeit des Nationalsozialismus. „Kraft durch Freude“ lautete der Name der Organisation, welche sozusagen Wohnklos für Pauschaltouristen auf den beliebten deutschen Ferieninseln erbaute, die vor nationalsozialistischer Ideologie nur so trieften.

1970 ging das Fliegen los

Erst ab 1970 kann die Pauschalreise, wie wir sie heute kennen, in ihren Anfängen beobachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Flugreise nicht nur salonfähig, sondern auch erschwinglich, zumindest für den finanziell gut situierten Personenkreis. Der Durchschnittsbürger konnte sich dieses Rundum-Sorglos-Paket natürlich nicht leisten. Als solcher setzte man weiterhin auf rollende Blechlawinen und die preislichen Vorzüge des Selbstversorgens auf dem Campingplatz.

Erst gegen Mitte der 1980er Jahre waren die Pauschalreisen dann so weit, dass auch ein Normalverdienender sie eines Blickes würdigen konnte. Und somit wurde es zur beliebtesten Reisevariante überhaupt, sich per Zug-zum-Flug, Flugreise, Hoteltransfer, Unterbringung und Vollverpflegung sowie Animationsprogramm verwöhnen zu lassen, und sich nur noch darum zu kümmern, rechtzeitig am Strand die Position zu wechseln, um nicht einseitig von der Sonne gegrillt zu werden.

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