Filmstars in der Politik
Schuster bleib bei deinen Leisten – meist denkt man an dieses Sprichwort, wenn mal wieder bekannt wird, dass ein Filmstar sich mit dem Gedanken trägt seine Garderobe gegen den Plenarsaal einzutauschen und statt Drehbücher in Zukunft Gesetzestexte zu wälzen. Tatsächlich sind sich beide Metiers aber doch gar nicht so fremd, denn viele namhafte Politiker können gerade in Zeiten des Wahlkampfs mit einem überragenden schauspielerischen Talent überzeugen.
Ronald Reagan: Vom Schauspieler der B-Klasse zum US-Präsidenten
Wenn von Filmstars in der Politik gesprochen wird, dann führt kein Weg an Ronald Reagan, dem 40. Präsidenten der USA vorbei.
Im zarten Alter von 26 Jahren erreichte Reagan das, wovon viele ambitionierte Schauspieler träumen: einen Vertrag mit einer Filmgesellschaft in Hollywood. Und dennoch blieb der Durchbruch aus. In über 50 zweitklassigen Produktionen gab Reagan sein schauspielerisches Talent zum Besten. Als er dann seine Felle als Schauspieler davon schwimmen sah, gelang ihm der Einstieg in die Politik. Zunächst als Gouverneur von Kalifornien schaffte der Schönling unter den Politikern schließlich 1980 den Sprung ins Weiße Haus. Während seiner Amtszeit blieb ihm aber auch als Politiker der erhoffte Ruhm verwehrt. Erst nach seiner Amtszeit und seinem Tod stieg Reagan in die Liga von John F. Kennedy auf und zählt nun zu den beliebtesten Präsidenten der USA. Seine schmachvolle Filmkarriere scheint vergessen.
Schwarzenegger auf Reagans Spuren
Hasta la vista Baby: Dieser Satz von Arnold Schwarzenegger aus Terminator 2 hat sich in die Köpfe der Filmfans gebrannt und Arnold Schwarzenegger den Stempel aufgedrückt. Der herausragende Bodybuilder, der mit einem eben solchen Körperbau die Herzen der Damenwelt dahinschmelzen ließ, war nicht nur ein bekannter, sondern auch ein guter Schauspieler, der in vielen erfolgreichen Produktionen sein Können zum Besten gab. Terminator war und ist allerdings die schauspielerische Assoziation Nummer Eins für den Österreicher. Umso erstaunlicher traf es die Fans des muskelbepackten Arnie’s, als dieser seinen Abschied von der Schauspielerei bekannt gab. Über seine politischen Pläne wurde der Kopf geschüttelt. Mister Universum aus Österreich wollte zukünftig nur noch politisch korrekt die Muskeln spielen lassen. Und das tat er dann auch und zwar zum Ende des 20. Jahrhunderts. George Bush, als amtierender US-Präsident, schien ebenfalls ein politisches Amt gefunden zu haben, welches Arnold Schwarzenegger wie auf den Leib geschneidert schien. Wer sonst sollte als Vorsitzender des nationalen Rats für Fitness und Sport geeigneter sein? Und als solcher tummelte sich Schwarzenegger über das 20. Jahrhundert hinaus. 2003 wurde er sein Muskelprotzimage dann endgültig los: als Gouverneur von Kalifornien.