Herrenschuhe im 20. Jhd.



Männer haben zu Schuhen ein völlig anderes Verhältnis als Frauen. Das spiegelt sich ebenfalls in der Entwicklung der Herrenschuhe im 20. Jahrhundert wieder. Bis zur Mitte des Jahrhunderts kann man kaum von modischem Schuhwerk sprechen. In den Goldenen Zwanzigern gab es zwar einmal ein Highlight zu vermelden, aber danach begann bald der Zweite Weltkrieg und was man da an den Füßen trug, war klar.

 

Zuerst einmal aber zu der Entwicklung in den 1920er Jahren. Damals erschien in einer Zeitung namens „Der Herrenfahrer“ ein Artikel über die Schuhmode der damaligen Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg war man froh, endlich die groben Stiefel beiseite stellen zu können. Nun trug man Halbschuhe, die allerdings einfarbig sein mussten. Mehrere Farben waren nur bei Vormittags- und Strandschuhen erlaubt. Im Trend lagen der Chevraux- und der Boxcalf-Schuh. Sie sollten nach Möglichkeit schwarz sein. Die Spitzen waren lang, platt und rund. Man durfte von außen nicht unterscheiden können, welches der rechte und welches der linke Schuh war. Braune Schuhe waren dem Winter vorbehalten. Sie mussten aus schwerem Leder sein. Gummisohle und Absatz waren out. Am Abend oder zum Smoking trug Mann flache Lackschuhe ohne Kappen und Verzierungen. Die Schuhmode war also in gehobenen Kreisen exakt festgelegt, während die ärmere Bevölkerung eher froh war, überhaupt etwas an den Füßen tragen zu können.

 

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, änderten sich die Ansprüche an das Schuhwerk enorm. Hochwertiges Leder wurde nur den Herren beim Militär zugestanden. Zivilisten bekamen Schuhe aus Kunststoffen angeboten. Die deutschen Schuhfabrikanten beherrschten den Markt. Zu Beginn des Krieges waren Schuhe in verschiedenen Macharten aus Synthetik vielfältig im Angebot. Je näher das Ende des Krieges rückte, umso knapper fielen die Schuhe aus. Das wurde auch nach dem Krieg vorerst nicht besser.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Turnschuh entwickelt. Er war allerdings bis in die 1990er Jahre den Sportlern vorbehalten. Erst danach avancierte er zum absoluten Kultschuh und das bei beiden Geschlechtern. Vor allen Dingen die junge Generation kann sich für den Turnschuh, der in der Straßenausführung Sneaker heißt, begeistern.

 

Bei den klassischen Herrenschuhen waren keine tiefgreifenden Veränderungen zu bemerken. Hier waren hauptsächlich der Absatz und die Spitze Ziel von Umgestaltungen. Ein Modehighlight erfuhr der Herrenschuh in den 1970er Jahren. Während der Discowelle trugen auch die Männer Plateauschuhe mit extrem hohen Sohlen.

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