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Kaffeespezialitäten in Ost und West




Der Osten und Westen Deutschlands war nicht nur räumlich zu Zeiten des Kalten Krieges getrennt, sondern auch in Sachen Genuss ging man getrennte Wege. Das war unter anderem ebenfalls den sehr eingeschränkten Möglichkeiten in der ehemaligen DDR zu verdanken. Während man in der BRD aus der großen weiten Welt beliefert wurde, kamen für die DDR natürlich nur gleichgesinnte Länder als Lieferanten in Frage. Beim Kaffee schwörte man im Westen beispielsweise auf Gala von Eduscho oder Jacobs Krönung, im Osten dagegen gab es Rondo oder Röstfein.

Zu Anfang bezog der Osten Deutschlands seinen Kaffee vom großen Bruder, der Sowjetunion. Ab 1957 gab es Röstkaffee mit dem Namen Röstfein. Es handelte sich dabei um Kaffee aus echten Kaffeebohnen, der tatsächlich auf dem Gebiet der DDR, genauer gesagt in Magdeburg, hergestellt wurde. Die bekanntesten Kaffeesorten waren Kosta, Rondo und Mona. Insgesamt besaß die DDR sieben eigene Kaffeeröstereien. Am häufigsten wurden von den DDR-Bürgern die Kaffeesorten Rondo Melange – ein Kaffee, der mit kandierten Bohnen veredelt wurde -, Mocca Fix zur Herstellung von Mocca und „im nu“, eine lösliche Bohnenkaffeevariante, konsumiert.

Ein einschneidendes Erlebnis für die kaffeetrinkende Bevölkerung im Osten war die Kaffeekrise in den 1970er Jahren. Die billigste Kaffeesorte Kosta fiel ihr zum Opfer und man musste nun die teuren Produkte Rondo und Mona kaufen. Ganz auf den Kaffeegenuss aus dem Westen verzichtete man trotzdem nicht. Immerhin wurden 20 Prozent des Bedarfs durch Westimporte gestillt, die allerdings nicht unter ihrem eigentlichen Namen auf den Markt kamen und zum Teil sogar für fürchterliche Kaffeemischungen herhalten mussten.

Im Westen dagegen konnte man aus dem Vollen schöpfen. Versorgungsengpässe wie die Kaffeekrise in der DDR waren hier gänzlich fremd. Man konnte zu jeder Zeit die verschiedensten Kaffeesorten kaufen. Tchibo war – und ist es heute noch – eines der führenden Unternehmen, wobei man hier eher Wert auf eine hochwertige Verpackung legte, da es nur wenig bekannte Kaffeebohnen gab. Tchibo war gleichzeitig der erste Anbieter, der Bohnen lose verkaufte.

Eduscho zählte im Westen zu den größten Kaffeeröstereien. Das bekannteste Produkt ist der Röstkaffee Gala. Ferner waren Jacobs als Hersteller des koffeinfreien Kaffees Hag und der Marke Onko, Darboven, Melitta und Dallmayr große Namen in der westdeutschen Kaffeewelt. Sie boten in der Hauptsache Röstkaffee an. Darunter mischten sich aber ähnlich wie in der DDR löslicher Bohnenkaffee, Mocca und Malzkaffee. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es bei den Vorlieben keine großartigen Unterschiede, diese waren hauptsächlich im Geschmack zu finden.

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