Retro & Vintage Mode Styles, Looks und Kults

Kindermode 1900-1950




Heute präsentiert sich uns ein funktionales und enorm vielfältiges Angebot an Kindermode. Es ist kaum zu glauben, dass es einmal anders war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien es, als seien die Kinder Modepüppchen, zumindest wenn man Bilder aus dieser Zeit sieht. Darauf präsentieren sich die Jüngsten in hellen Kleidchen, Matrosenanzügen und Uniformen. Dabei waren Kleider nicht nur den Mädchen vorgesehen, sondern zum Teil auch als Kleidungsstücke für Jungen anerkannt. Ein Kleidchen mit einem Matrosenmantel darüber war ein durchaus üblicher Sonntagsstaat für Jungen.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war die Mode stark vom Militär geprägt. Uniformen in jeglicher Art gab es bereits für die Kleinsten. Derartige Kleidung wurde allerdings nur sonntags und zu besonderen Anlässen getragen. Gespielt wurde in bequemen Kniebundhosen und im Rock. Wiederum gab es hier kaum eine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern. Es gab aber auch Mode, die nur den Mädchen vorbehalten war. Unkomplizierte Hängerkleidchen, Falten- und Glockenröcke waren typisch weibliche Mode.

Im Alltag und das besonders in den Kriegsjahren wurde aus vielen Materialien Kleidung gefertigt. Die Anschaffung von neuen Kleidern schob man solange auf, bis diese von allein auseinander fielen. Mädchen trugen ihre Kleider oft mehrere Jahre lang. Waren sie herausgewachsen – ab etwa 1915 war es schicklich, den Rock eine Handbreit über dem Knie enden zu lassen -, nähte man einfach ein Stück an, damit die Länger wieder stimmte. Im Laufe der Zeit entstanden so kunterbunte Kleider, denn selten fand sich ein passendes Stück Stoff.

Ein wichtiges Detail an Festtagskleidern waren Rüschen. Sie waren am unteren Saum des Kleides angebracht. Solche Kleider waren außerdem aus besonderen Stoffen und sie unterschieden sich deutlich von der Alltagskleidung.

Babys und Kleinkinder fanden sich unisono oft im Kleidchen wieder. Es war einfach das praktischste Kleidungsstück für Wickelkinder, denn die in Nullkommanichts an- und ausgezogenen Wegwerfwindeln von heute gab es noch nicht. Ferner ließ es genug Bewegungsfreiheit.

Nach der Machtergreifung Hitlers galt für Angehörige der Hitlerjugend eine strenge Kleiderordnung. Ab einem Alter von zehn Jahren trat man dem Verein der Jüngsten von Hitlerdeutschland bei. Rund 98 Prozent waren in der HJ organisiert. Das Tragen der Uniformen war stellenweise selbst in der Schule Pflicht.

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