Retro & Vintage Mode Styles, Looks und Kults

Kindermode 1950-2000




Nach dem Ende des Krieges und einer fünfjährigen Erholungsphase der deutschen Wirtschaft ging es ebenfalls mit der Bekleidungsindustrie bergauf. Eine Revolution der Modewelt war die Erfindung pflegeleichter und knitterfreier Stoffe, die sich ideal für Kindermode eigneten. Die Mädchen trugen zumeist Kleider. Hosen waren bei ihnen kaum noch zu sehen. Die Mode der Großen wie Petticoats und breite Röcke erfreuten sich ebenfalls bei den kleinen Damen großer Beliebtheit. Dazu trug man Lackschuhe. Wer älter war, durfte auch Stöckelschuhe mit Pfennigabsätzen anziehen. Ferner fällt die Erfindung des Twinsets in die 1950er Jahre und die ersten Jeans hielten in die Mode Einzug. Auch Lederkleidung begann mit ihrem Eroberungszug in der Modewelt.

In den 1960er Jahren war alles tragbar, was man im Fernsehen sah. Was in Hollywood angesagt war, gelangte früher oder später ebenfalls nach Deutschland. Die Jungs liebten ihre Jeans und kombinierten dazu Karohemden. Mädchen erfreuten sich an einem großen Angebot an Trägerkleidern, die sich als Basics hervorragend eigneten. Sie konnten perfekt mit einem Pullover oder einer Bluse getragen werden. Ein absolutes Modehighlight waren die Schlaghosen, die in den 1960er Jahren erstmals auftauchten. Sie fanden bei Jungen und Mädchen gleichermaßen großen Anklang.

In den Siebzigern folgte die Mode im Grunde genommen keinen Trends. Man zog einfach an, was einem gefiel. Auch zwischen Mädchen und Jungen wurden kaum mehr Unterschiede gemacht. Für die Mädchen war es nun ebenfalls normal, Jeans mit Turnschuhen zu tragen. Während der Stil der Kleidung egal war, mussten die Farben absolut auffällig sein. An die unmöglichsten Farbkombinationen, die zudem oft noch sehr grell waren, mussten sich die Augen gewöhnen.

Zum Glück änderte sich das im darauffolgenden Jahrzehnt wieder. Jetzt waren die Anfänge des Markenbooms zu beobachten, der bis heute anhält. Enge Jeans, die nach Möglichkeit mit dem Schriftzug Levis versehen sein mussten, und weite Pullover, die nun den Namen Sweatshirts trugen, prägten die Mode der Achtziger. Unten knalleng und oben weit und bequem, mit diesen Eigenschaften lässt sich das Motto der 1980er-Jahre-Motto wiedergeben. Viele können sich sicher auch an das Netzhemd erinnern, das zu dieser Zeit ein modisches Must have war. Es wurde sommers wie winters getragen. Zudem durften die Oberteile gerne bauchfrei sein.

In den 1990er Jahren ging es modisch eher ruhig zu, zumindest was Neues betraf. Die Freizügigkeit aus den Achtzigern blieb erhalten, gleichzeitig hielten aber die langen Norwegerpullover Einzug. Farblich musste es wiederum auffällig sein. Unterschiedliche Mode für Jungen und Mädchen gab es dagegen kaum mehr.

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