Mode in den 60er Jahren – Kleider machen Leute – oder?!



Waren es Oswald Kolle mit seiner sexuellen Revolution, die Pop-Art-Kultur oder die vielen, zum Teil herausragenden, technischen Neuentwicklungen, die die Gesellschaft in den 60er Jahren derartig bewegten? Oder war es stattdessen vielleicht sogar der Unmut der jungen Leute über die damals geltenden stringenten, ja sogar biederen Modegegebenheiten?

Wie dem auch sei: „bewegt“ war die Zeit in jedem Fall. Nicht umsonst etablierte sich wohl auch die Bezeichnung der so genannten „Swinging Sixties“, die selbst noch heute ein Inbegriff für mutige, „aufmüpfige“, aber dennoch sehr stilvolle Mode ist. Auf der einen Seite wollten sich die Menschen gerade in diesen „revolutionären“ Jahren von einer möglichst selbstbewussten Seite zeigen.

Andererseits hingegen sorgten die Erfindung des Mini-Rocks durch Mary Quant, der Hippie-Style oder der berühmte „Gammler-Look“ und damit auch die Blue Jeans für Furore. War noch in den 1950er Jahren der klassische, überaus konservative Kleidungsstil angesagt, so entschied sich insbesondere die Jugend immer mehr dazu, eine Art Rebellion gegen die vorherrschenden Einschränkungen in Sachen Mode & Freizeitgestaltung anzustreben.

Überhaupt waren es die Teenager, die in der Fashion-Welt der 60er Jahre den Ton angaben. Vorbei waren dementsprechend die Zeiten kostspieliger, konservativer Kleidung, die sich meist nur die Reichen und Wohlhabenden leisten konnten. Nach und nach stellte sich deshalb sogar die Haute-Couture-Szene auf diesen „revolutionären“ Wandel ein und kreierte von nun an verstärkt bezahlbare Mode.

In diesem Zusammenhang rückten unter anderem auch Yves Saint Laurent oder Courrges in den modischen Vordergrund. Denn im Rahmen der „Oswald-Kolle-Bewegung“ und dem damit einhergehenden, erotischen „Freiheitsdrang“ der modebewussten Verbraucher etablierte sich gegen Ende der 60er Jahre die Transparent-Mode. Man zeigte Haut, man wollte das neu errungene Selbstbewusstsein auch auf erotischer Ebene präsentieren. Die durchsichtigen Blusen oder (Abend-)Kleider, die man ohne Dessous trug, „erhitzten“ in nahezu allen Bevölkerungsschichten die Gemüter – in jeder Hinsicht.

Für viel Wirbel und anfänglichen Ärger sorgte im Zuge dessen gleichermaßen der Bikini. Wenn man schon bereit war, sich zu unterschiedlichen, gesellschaftlichen Anlässen „freizügig“ zu kleiden, warum dann nicht auch in der Freizeit? Waren vor allem die älteren Erwachsenen, die ja teils noch mit der konservativen Mode aufgewachsen waren, entrüstet über diese „ungehörige Freizügigkeit“ der Mode, so sahen es vor allem die jungen Leute als eine weitere, höchst willkommene Gelegenheit an, zumindest modisch ihre Rebellion gegen Spießigkeit und Konservativität zum Ausdruck zu bringen.

Heute sind Blue Jeans, Minirock, Bikinis sowie „Transparenz“ und Freizügigkeit – übrigens nicht nur in Sachen Mode – eine Selbstverständlichkeit. Wie schön!

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