Modische Revolution im 20. Jahrhundert – Nude- und Beatnik-Look
Ein Blick auf die modische Entwicklung des 20. Jahrhunderts zeigt: für dieses Zeitalter ist der modische Wandel charakteristisch. Von hochgeschlossener Züchtigkeit über korsettgeschnürte Weiblichkeit bis hin zu skandalösen Kleidungsstücken, die Großmutter die Schamesröte ins Gesicht trieben, war alles vertreten.
Nackige Mode nach Yves Saint Laurent
Haute Couture – als diese Modebewegung sich in die Herzen der Menschen und auf die Laufstege schlich, war spätestens klar, dass es nun vorbei mit Arbeitskittel und Kochschürze ist. Die Trümmerfrauen des Zweiten Weltkriegs durften sich schick machen, wenn sie es sich denn leisten konnten. Denn was auf den Laufstegen der Welt präsentiert wurde, war wohl eher etwas für die gut betuchte Kundschaft. Trotzdem war Gucken schließlich erlaubt und so manches Kleidungsstück versetzte durchaus ins Schwärmen, während andere den Atem anhalten ließen.
Spätestens in den 1960er Jahren war es soweit. Yves Saint Laurent sorgte dafür, dass ein züchtiges Mädel noch nicht einmal mehr in Richtung Laufsteg schielen durfte. Nude-Look nennt sich das, was es dort zu sehen gab. Durchsichtige Kleider und Blusen, die mehr zeigten als sie verdeckten, waren wirklich nichts für schamhafte Charaktere. Umso verwunderlicher war, dass sich dieser Bekleidungsstil dann tatsächlich durchsetzte.
Wer jedoch die Erlaubnis der Eltern noch brauchte, der konnte sich garantiert nicht nah am Modezahn der Zeit bewegen. Und falls doch einmal ein Nude-Stück im Kleiderschrank verschwand, dann durfte dies niemals den Eltern bewusst werden und das Tragen war nur mit einer züchtigen Oberbekleidung im Rollkragenstil erlaubt.
Irgendwann mussten aber auch die traditionsverbundenen Eltern einsehen, dass der Nude-Look zu einem festen Modebestandteil des 20. Jahrhunderts geworden ist. Für die allgemeine Kundschaft blieb der Nude-Look auch bis heute noch eine skandalöse Angelegenheit.
Mit Beatnik wurde es schwarz
Schwarz, schwärzer, Beatnik – dieser Modestil entstammt ebenfalls der designerischen Feder von Yves Saint Laurent, der offensichtlich großen Gefallen daran gefunden hatte, sich durch Skandalkleidung ins Gespräch zu bringen. Ganz so aufreizend wie Nude war Beatnik zwar nicht, aber dennoch so gänzlich anders als das, was man gängigerweise im 20. Jahrhundert in den Kleiderschränken fand.
Tiefschwarze Kleider jeglicher Art, dabei bevorzugt auf Rocker getrimmt und mit einer umwerfenden Figurbetonung, sorgten dafür, dass sich Eltern wie auch Großeltern größte Sorgen um den guten Ruf und die Zukunft der Sprösslinge machten.