Opern und Operetten im 20. Jahrhundert



Es gibt wohl kaum ein Jahrhundert, wo sich so viel in der Musikszene veränderte, wie es im 20. Jahrhundert der Fall war. Gerade am Ende des Jahrhunderts stürmten zahlreiche neue Musikstile auf uns ein. Rap, Techno, Rock´n´Roll und wie die Musikrichtungen alle hießen, die im 20. Jahrhundert den Weg nach Europa fanden beziehungsweise dort entstanden sind. Gerade für Deutschland, welches ein Land der klassischen Musik ist, war dies ein enormer Einschnitt.

 

Bereits das ausklingende 19. Jahrhundert gab einen Ausblick darauf, dass sich in den folgenden 100 Jahren einiges ändern wird. Zuerst einmal waren da aber noch Franz Liszt und Richard Wagner, die zwar das 20. Jahrhundert selbst nicht mehr erlebten, allerdings auf einen französischen Komponisten mit Namen Claude Debussy einen großen Einfluss hatten. Dieser verstand es meisterhaft, Moderne und Romantik miteinander zu verbinden. Debussy war ein Komponist des Impressionismus. Er entwickelte eine eigene Tonsprache, indem er Gemälde mit Tönen in Verbindung brachte. Am 9. November 1900 wurde Debussys Orchesterwerk „Les Nocturnes“ uraufgeführt. Die Oper „Pelléas et Mélisande“ folgte im Jahre 1902. Debussy übernahm hier die Leitmotivtechnik von Wagner.

 

Da das Zeitalter der Opern und Operetten im 20. Jahrhundert endgültig vorbeischien, gelang es den Komponisten dieser Epoche kaum eine solche Bekanntheit zu erlangen, wie ihre Vorgänger. Ein weiterer Komponist des 20. Jahrhunderts mit einem häufig genannten Namen ist Richard Strauss, der sich mit „Elektra“ und „Salome“ zu Anfang dem spätromantischen Expressionismus zuwandte, sich später aber wieder auf Althergebrachtes besann und mit „Der Rosenkavalier“ deutlich gemäßigtere Töne mit einer unverkennbaren Inspiration aus vergangenen Zeiten anschlug. Strauss ist im übrigen der einzige Komponist, dessen Werke bis in die Gegenwart gespielt werden. Solch eine Ehre ist allgemein lediglich den „ganz Großen“ der klassischen Musik vorbehalten. Weitere Werke von Strauss sind „Die Frau ohne Schatten“, „Ariadne auf Naxos“, „Die schweigsame Frau“ und „Arabella“.

 

Das 20. Jahrhundert ist nicht unbedingt arm an Opern und Operetten. Im Bereich der Oper stehen Namen wie Alban Berg, Arnold Schönberg, Hans Pfitzner, Franz Schreker, Alexander von Zemlinsky, Walter Braunfels, Ernst Krenek und Paul Hindemith zu Buche. Der Operette erging es im 20. Jahrhundert wesentlich schlechter. Sie wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Kino, Revue und Kabarett verdrängt. Schaffte es eine Operette in die Öffentlichkeit, fand dies nicht mehr auf der Bühne statt, sondern oft über den Hörfunk oder dem Tonfilm. Eine bekannte Filmoperette ist beispielsweise „Die drei von der Tankstelle“ aus den 1930er Jahren. Eine exakte Abgrenzung zum Filmmusical ist nicht möglich. Operette und Musical sind im 20. Jahrhundert eng miteinander verwandt. Operetten wurden häufig von regionalen Einflüssen geprägt. So gab es die Wiener Operette, die Französische Operette und die Berliner Operette. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte die Operette in die Theater zurück.

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