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Silvesterpartys im Wandel der Zeit




Silvester wird bereits seit Ewigkeiten gefeiert. Schließlich will das vergangene Jahr ordentlich verabschiedet und das neue standesgemäß begrüßt werden. Deshalb hat die Silvesterparty schon jeher einen festen Platz im jahreszeitlichen Feierkalender, auch wenn sich die Gestaltung der Festlichkeit vor allem im 20. Jahrhundert deutlich gewandelt hat.

Vom gediegenen Fest zur tobenden Sause

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Silvester zwar gefeiert, aber eher auf die ruhige Art. Schließlich galt es als unschicklich, sich einem Feiervergnügen hinzugeben und zum anderen hatten die Menschen in zwei Weltkriegen gelernt, dass man donnernde und krachende Raketen nicht tanzend auf der Straße begrüßen sollte.

Irgendwann verschwand jedoch die Bombenassoziation und die Lebenslust war kein Skandalanstoß mehr. Silvester wurde bunter, lauter und fröhlicher.

Abwechselnde Veranstaltungslocations

Offizielle Silvesterpartys waren im 20. Jahrhundert eher eine Veranstaltung für geladene Gäste. Dennoch ließ sich auch die Normalbevölkerung den Spaß an der Silvesterparty nicht vermiesen. Reihum war man an der Reihe, die Party auszurichten. Jeder brachte etwas mit und somit blieben die Kosten überschaubar. Dass am Ende die Wohnung eher einem Handgranatenwurfstand ähnelte, war genauso eine Selbstverständlichkeit wie die Tatsache, dass mit Bowle, Schnaps, Bier und Sekt aus der Silvesterparty ein ausschweifendes Saufgelage wurde.

Pilgerfahrten zum Raketenkauf

Geld via Rakete in die Luft zu schießen war im 20. Jahrhundert doch eher etwas, was den gut situierten Bevölkerungsmitgliedern vorbehalten war. Als Normalverdiener wollte man jedoch nicht gänzlich auf den Knallerspaß verzichten. Und somit entwickelte sich eine ganz besondere, wenn auch gefährliche Tradition.

Zur Eröffnung des Böllerverkaufs quetschten sich unzählige Familienoberhäupter in ein Auto, um mit diesem auf Knallerpilgerfahrt zu gehen. So konnten in Tschechien und Polen günstige, aber nicht zertifizierte Knaller gekauft werden.

Peinliche Spiele gehörten dazu

Ein klassischer Silvesterabend im 20. Jahrhundert wurde durch das Fernsehen eingeläutet. Obwohl zum x-ten Mal gesehen, lachten sich immer noch alle Gäste kaputt, wenn James als Butler in Diner for One etliche Male „the same procedure as last year“ durchführte.

Besonderer Höhepunkt der Silvesterpartys im 20. Jahrhundert waren allerdings die Spiele. Wii und Play Station gab es nicht, also musste sich beholfen werden. Mit Wahrheit oder Pflicht, Bleigießen, Dingsda oder Montagsmaler kam so manche peinliche Tatsache ans Licht.

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