Unterwäsche zu Beginn des 20. Jahrhundert – Zauberhaftes für „Darunter



Heutige Dessous bzw. moderne Unterwäsche sind in gewisser Weise ein Synonym für Sinnlichkeit, Lust, Träumereien und Fantasien – sowohl bei der Unterwäsche für „sie“, als auch für „ihn“. War es noch früher in überwiegendem Maße der Fall, dass das, was man(n) bzw. „frau“ darunter trug, zumeist in rein funktioneller Hinsicht eine Rolle spielte, so hat sich diese Tradition im Laufe der Zeit – glücklicherweise – doch geändert.

Und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Industrie bzw. die Designer selbst in entscheidender Weise an diesem Wandel beteiligt waren bzw. noch immer sind.

In jedem Fall soll uns schöne Unterwäsche ein angenehmes Wohlgefühl vermitteln, zu mehr Selbstbewusstsein beitragen, kurzum: für ein rundum gutes Gefühl sorgen. Schließlich wird Kleidung im Allgemeinen auch als Schmuck verstanden – und die Unterwäsche des heutigen Jahrtausends ist (Körper-)Schmuck, Schutz und vor allem formendes bzw. kaschierendes Kleidungsstück zugleich.

Wir kennen es nur heute noch aus alten Filmen oder gar aus dem einen oder anderen Besuch im Museum: die Unterwäsche zu Beginn des 20. Jahrhunderts war für viele Menschen ein wahrhaft „leidiges“ Thema: so wurden den Damen seinerzeit schwere, drahtige Korsetts „aufgebürdet“, die in zeitraubender Prozedur geschnürt werden mussten, was im Übrigen nicht nur während der heißen Sommermonate eine echte Qual war.

Ohnmachtsanfälle waren in diesem Zusammenhang gewissermaßen an der Tagesordnung, denn freies, unbeschwertes Arbeiten war mit derartig umständlicher Unterwäsche nur sehr bedingt möglich. Als der Pariser Designer Paul Poiret zu Beginn des 20. Jahrhunderts endlich auf die glorreiche Idee kam, passgenaue Büstenhalter, Hüftgürtel und schicke Dessous aus (kostengünstigem) Leinen zu entwickeln, war zugleich auch die neue „Freiheit“ für die Frau geboren. Später dann kamen Stoffe wie Musselin, Batist und natürlich Seide in Mode.

Die Herren der Schöpfung hingegen trugen lange Leinenhosen, die allerdings im Laufe der Zeit immer kürzer wurden. Während dieser Phase trat auch die heute eher „verpönte“, lange Unterhose mit Eingriff „in den Vordergrund“. Darüber hinaus präferierte man(n) T-Shirts als Teil der damals modernen Unterwäsche.

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