Mode in der DDR



Wie unterschied sich die DDR in Sachen Mode von der Bundesrepublik Deutschland? Und waren die Unterschiede vielleicht gar nicht so deutlich zu sehen?

Die Mode der DDR

Fakt ist, dass die Jugend in der DDR sich oft und gerne den Jugendlichen im Westen anglich. Doch wer konnte in der DDR schon eine "echte" Jeans ergattern? Wer eine hatte - der war "in" und etwas Besonderes. Oft war die Mode der DDR ein Streben nach den hochwertigen und stylischen Produkten des Westens - mit den Möglichkeiten des Ostens. Anfangs waren Jeans derart verpönt, dass sich die Jugendlichen unangenehme Fragen gefallen lassen mussten, wenn sie denn welche trugen. Doch schließlich produzierte die DDR mit der "Boxer" auch eigene Jeans - das Westprodukt blieb dennoch der Traum der Jugend...

Elemente der DDR Mode

Viele Bürger der DDR bastelten sich ihre Kleidung - nach dem Motto "Not macht erfinderisch" - selbst so zusammen, wie sie diese in West-Magazinen gesehen hatten. Geschick im Handarbeiten gehörte vor allem für die Mädchen in jedem Fall dazu, wenn man chice Mode in der DDR tragen wollte. Außerdem wurde natürlich dankend angenommen, was in den Westpaketen steckte. Viele DDR Bürger ohne reiche Verwandte im Westen konnten da schon neidisch werden...

Eigentlich während den gesamten 40 Jahren der Existenz der DDR waren chice Klamotten echte Mangelware in den HO Märkten. Die Wirtschaft der DDR florierte in keiner Hinsicht - schon gar nicht die Textilindustrie. Da konnte auch das Institut für Bekleidungsindustrie, welches 1952 gegründet wurde, oder Modezeitschriften wie "Sybille" nichts ändern.

Lederol, Dederon oder Wolpryla waren Kunstfasern, die ausschließlich von der DDR und den Ostblock-Staaten produziert wurden. Sie sollten Ersatz schaffen für viele Produkte des Westens. Farbe sollten sie in die eintönige DDR Mode bringen, doch sie wirkten wie billiger Abklatsch der Westwaren. Ein weiteres "Exklusiv Produkt" der DDR war "Präsent 20". Diese Neuentwicklung in Sachen Stoffen wurde im Großrundstrickverfahren hergestellt. Einerseits hatte das Polyester Produkt positive Pflegeeigenschaften, andererseits könnten die DDR Bürger das eintönig dunkle Erscheinungsbild mit diesem Stoff in den Straßen bald nicht mehr sehen. Dennoch ist "Präsent 20" wie kein anderes Produkt mit der Mode der DDR verbunden.

"Exquisit Mode" war eine Ausnahmeerscheinung in der Mode der DDR. Hier wurden aufwändige Kleidungsstücke nach interessanten Entwürfen gestaltet. Wer es sich leisten könnte, der kaufte diese Modemarke, welche auch Stoffe aus anderen Ländern importierte und sorgfältig verarbeitete. Doch die Preise waren immens - kaum ein normaler Bürger konnte sich diese Modemarke leisten, so dass sie meist nur hohe Parteimitglieder trugen.

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