Geschichte zwichen 1930-1940




Die 30er Jahre: Hitler kommt an die Macht

Die 30er Jahre brachten zunächst Elend und Not. Sie begannen mit einer beispiellosen Wirtschaftskrise, mit der "Great Depression". Sie war Auslöser einer Massenarbeitslosigkeit bislang ungeahnten Ausmaßes. Die Arbeitslosenquote in Deutschland hatte in den Jahren zuvor immer bei durchschnittlich unter fünf Prozent gelegen. Jetzt stieg sie explosionsartig an auf 16 Prozent der Gesamtbevölkerung: In Deutschland standen mehr als 6 Millionen Arbeitslose nur noch 12 Millionen Arbeitenden gegenüber. Die Sozialsysteme konnten nicht anders: Sie brachen zusammen. Spargesetze ließen auch den Angestellten und Kleinunternehmern kaum genug zum Leben. Die Nachfrage nach Lebensmitteln sank, sodass auch die Landwirtschaft betroffen war. "Kleiner Mann, was nun" heißt ein bekannter Roman von Hans Fallada. Also was nun? Diese Frage stellte sich vielen.

Ein Auto aus den 30er Jahren

Die viele Menschen überzeugendsten Antworten darauf hatte offenbar Adolf Hitler. Zielgerichtet rissen er und seine Partei, die NSDAP, die Macht an sich. Die Nazis benannten nicht nur ihre eindeutigen Feinde, die Juden und die Kommunisten nämlich, sie vernichteten sie anschließend auch. Deutschland hingegen versprach Hitler eine bessere Welt. Der kleine, Not leidende Mann glaubte ihm nur zu gerne. Die furchtbaren Folgen sind bekannt: Das so genannte 1000-jährige Reich ging nach kaum mehr als einem Jahrzehnt schon wieder unter und hinterließ eine Welt in Trümmern.

Eisernes Mutterkreuz und Wollkleid

Doch soweit war es in den 30er Jahren zunächst nicht. Die Menschen träumten noch von einer besseren Welt. Die 30er Jahre waren die Jahre der großen Hollywood-Diven und der unbefleckten Helden. Vivian Leigh und Clark Gable etwa, noch heute unvergessenen in "Vom Winde verweht". Dasselbe galt für "Lichter der Großstadt", King Kong oder die Marx Brothers. Das Massenmedium Film lockte Millionen in die Kinos: "Im Westen nichts Neues" etwa verarbeitet den Krieg, "Moderne Zeiten" von Charly Chaplin die Industriekultur und die Weltwirtschaftskrise.

Auch in Deutschland nahmen die 30er Jahre Filme aktuellen Bezug - aber sie waren bald schon gleichgeschaltet wie so vieles andere auch. So konnten propagandistische Filme wie "Hitlerjunge Quex" oder "Jud Süß" Erfolge feiern. Nach und nach entfernte sich Deutschland vom Rest der Welt. Vor allem nach der Olympiade in Berlin 1936 koppelte sich "das Reich" von der Entwicklung im tonangebenden Amerika immer weiter ab. Die Uniformen der Hitlerjungen oder der Mädchen im BDM (Bund Deutscher Mädel) wurden Teil des deutschen Straßenbilds, während anderswo die 30er Jahre Mode der Frauen wieder femininer wurde. In Deutschland zeigten Mütter keine Haute Couture. In Frankreich hingegen erfand Coco Chonel das elegante "Kleine Schwarze". In Deutschland hingegen trugen die Frauen Schürze und Wollkleid. Und bald schon das Mutterkreuz.

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