Geschichte zwichen 1920-1930




Die goldenen 20er Jahre: Der Tanz auf dem Vulkan

Während der 20er Jahre des 20. Jahrhundert erfand die Welt sich neu. "Wir haben überlebt", war das Motto, und alle waren erleichtert. Kriege, so meinte man nach dem traumatischen Erlebnis des 1. Weltkriegs, dürfe und könne es, ja werde es bestimmt nie wieder geben. Heute wissen wir, dass die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nur die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war. Doch das ahnte damals kaum jemand. Auch wenn die Reparationszahlungen die deutsche Wirtschaft drückten: Erst einmal wurde scheinbar alles besser. Warner Brothers produzierten den ersten Tonfilm und 1929 Walt Disney den ersten Mickey-Mouse-Film mit Ton. Mit "Nosferatu" und "Dr. Mabuse" entstanden in Deutschland 20er Jahre Filme, die heute noch Klassiker sind. Die Comedian Harmonists feierten in Berlin und der ganzen Welt Erfolge, Marlene Dietrich war ein großer Star. Selbst die Krankheiten schienen besiegt zu sein, denn das Penizillin wurde in den 20er Jahren entdeckt, ebenso wie das Insulin.

Goldene Zwanziger

Mit schwarzem Kajal zur Gleichberechtigung

Auch schien die Welt gerechter geworden zu sein: Die Monarchie war abgeschafft, allenthalben wurde die Republik ausgerufen. Es gab zahllose neue Parteien, Gewerkschaften und das allgemeine Wahlrecht. Schon die Abgeordneten der so genannten Weimarer Republik wurden von den Frauen mit gewählt. Die Menschen - und vor allem die Frauen - atmeten befreit auf. Das erkannte man auch an der 20er Jahre Mode: Die Damen warfen die Korsette weg, ihre Kleider zeigten die für die 20er Jahre typische tief sitzende gerade Taille. Die Röcke reichten nur noch bis ans Knie. Ein völlig neuer Look, der nur noch von den Frauen übertroffen wurde, die sich sogar in langen Hosen zeigten - für die damalige Zeit ein ungeheuerlicher Skandal. Die Frauen tanzten Swing und Charleston, rauchten in der Öffentlichkeit und schminkten sich die Augen schwarz. Mit diesen so genannten "Smoky Eyes" feierten sie ihre Gleichberechtigung. "Wilde Zwanziger" hieß die Zeit, oder auch "Goldene Zwanziger". Alle taumelten im Glück, das Kriegsinferno überlebt zu haben und in eine neue Zeit hineingeboren worden zu sein.

Doch je länger der Taumel währte, desto klarer wurde: Es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Der Wohlstand war nur geborgt, der Aufschwung vor allem in Europa durch Kredite finanziert. Die Blase musste platzen. Das tat sie am 24. Oktober 1929. Am "Schwarzen Donnerstag" - dem "Black Thursday" - brachen die Börsen erst in New York und dann weltweit zusammen. Ein lang anhaltender, weltweiter wirtschaftlicher Abschwung nahm an diesem Tag seinen Anfang

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