Geschichte zwichen 1950-1960




Die 50er Jahre: Auf dem Weg ins Wirtschaftswunder

Regelrecht Atem raubend entwickelten sich die 50er Jahre. Die Geschwindigkeit, mit der Deutschland aufgebaut wurde, mit der sich wieder Wohlstand und Normalität einstellten, versetzt uns alle - auch im Rückblick - in Staunen. Der Begriff "Wirtschaftswunder" entstand und fasst die Vorgänge im Westteil Deutschlands treffend zusammen.

Ein amerkianisches Auto aus den 50er Jahren

Die rasante wirtschaftliche Entwicklung ging mit einer großen technischen Entwicklung einher - die militärischen Erfindungen der vergangenen Jahre sollten jetzt der Zivilbevölkerung zugute kommen. Auf dem Land setzte sich die Elektrifizierung des Haushalts durch. Das elektrische Kochen wurde zu Beginn der 50er Jahre in Landfrauenvereinen intensiv beworben. Es gab dabei gut besuchte, extra für die neuen Herde zugeschnittene Kochkurse. Sobald die schweren Kohleherde aus den Küchen verschwunden waren, die Räume also rauchfrei waren, konnten sie umgestaltet werden: Leichte Einbaumöbel mit hellen, schicken Kunststoffoberflächen, die gut zu reinigen waren, ließen die neue Zeit in die Küchen einziehen. Dort wurde - dem Wohlstand sei Dank - nun auch wieder abwechslungsreicher gekocht, denn Lebensmittelmarken gab es in Westdeutschland schon seit 1950 nicht mehr. Die Ostdeutschen mussten etwas länger - nämlich bis 1958 - warten.

Dennoch: Die 50er Jahre waren vor allem im Westen geprägt vom Nachholbedarf und demnach von regelrechten Kalorien-Orgien - Sahnetorte, Braten, Salate mit Mayonnaise. Die Lust war unersättlich. Gehungert hatte man lange genug. Das "Restaurationsbrot" entstand, ein belegtes Brot, das unter der üppigen Beilage völlig verschwand.

Der Fernseher zieht in die Wohnzimmer

Die Sendungen des ersten Fernsehkochs Clemens Wilmenrod waren auch deshalb Straßenfeger. Sie zeigten aber auch noch etwas anderes: Nach und nach ersetzte das Fernsehen den Volksempfänger im Wohnzimmer. Das "Heitere Beruferaten" mit Robert Lembke passte genau in die Zeit. Es war fröhlich, beschwingt und harmlos. Die ARD sendete seit 1952 regelmäßig, und spätestens seit 1954 hatte sich das Fernsehen als wichtigstes Medium etabliert. Da nämlich geschah den Deutschen ein weiteres Wunder - das von Bern nämlich, was die Deutschen vor dem Fernseher verfolgen wollten. Die Fußball-Nationalmannschaft wurde Weltmeister. "Wir sind wieder wer" hieß es daraufhin allenthalben, und der Blick richtete sich nach vorn. Und manchmal auch nach Osten, denn die beiden deutschen Staatsgebilde, die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik, entfernten sich immer weiter voneinander. Blutiger Höhepunkt war der Aufstand in Ostberlin am 17. Juni 1953. Der Wettstreit der Systeme kulminierte letztlich im Bau der Mauer im August 1961, dem Beton-gewordenen Ausdruck des Eisernen Vorhangs und der Teilung er Welt in Ost und West.

Der Rock´n´Roll war der Sound der "Roaring Fifties", der 50er Jahre Musik. Es war die Zeit der Caprihosen (Mode), flachen Ballerinas, Twinsets und Petticoats (Style). Im Westen schmiegten sich die Damen in Haute Couture. Christian Dior entwarf märchenhafte Roben für die Reichen und Schönen, Grace Kelly heiratete den Fürsten von Monaco. Im Osten allerdings kämpfte die DDR mit Versorgungsengpässen und ihren Fünfjahresplänen.

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