20er Jahre Filme

Wenn hier der Begriff "Filmkunst" verwendet wird, impliziert das, dass Film überhaupt eine Kunstgattung ist! Das war in den ersten Jahren der bewegten Bilder noch keine allgemein anerkannte Tatsache! Aber nach einigen Jahrzehnten Filmgeschichte war es endlich soweit: Der Film hatte sich als Kunst etabliert. Die Kinos lösten die Jahrmarktszelte als Vorführungsstätten ab. Das Publikum erwartete vom Film nun ein abendfüllendes kultiviertes Vergnügen. Schließlich begannen die Kinos sogar, den Theatern an Größe und Beliebtheit Konkurrenz zu machen. Nicht umsonst nannte sich manches Kino damals "Filmpalast"! Und endlich erkannten auch Kritiker und Intellektuelle den Film als Kunstgattung an. Zeitungen schickten Filmkritiker in die Kinos. Schriftsteller wie z.B. Kurt Tucholsky verfassten Filmkritiken. Zu Beginn der 1920er Jahre hatte sich auch der wichtigste Ort der Filmgeschichte etabliert: Die amerikanische Filmindustrie, die ursprünglich in New York gesessen hatte, war nach Hollywood gezogen, und es gründeten sich nach und nach die großen Filmstudios: Metro-Goldwyn-Mayer, Fox, Paramount, Warner Brother, United Artists. Die ersten Filmstars wurden international bekannt: Charlie Chaplin, Mary Pickford, Lilian Gish, Douglas Fairbanks, um nur einige zu nennen.



Einführung des Tonfilms 1927

Es muss betont werden, dass "Film um 1920" bedeutet: Stummfilm in schwarz-weiß! Die Ton-Losigkeit des Stummfilms hatte sich auf die Schauspielkunst ausgewirkt: Gestik, Mimik und Bewegung im Stummfilm erscheinen uns heute manchmal übertrieben. Zwischentitel lieferten zwar die wichtigsten Informationen in Textform, aber die Schauspieler agierten, als gäbe es keine Zwischentitel. Darin lag auch ein Vorteil des Stummfilms: Er war international verständlich und einsetzbar. Auch die Tatsache, dass der Film in seinen Anfängen schwarz-weiß war, hatte sich auf die Ästhetik ausgewirkt: Die Regisseure hatten die Arbeit mit Licht und Schatten perfektioniert.

Vielleicht wären um 1920 nicht so viele Horrorfilme gedreht worden, wenn der Farbfilm schon erfunden gewesen wäre! Der Farbfilm ließ - aus der Sicht von 1920 - noch länger auf sich warten, aber in die 1920er Jahre fällt die vielleicht wichtigste Innovation der Filmgeschichte: die Einführung des Tonfilms. Der erste Tonfilm hieß "Der Jazzsänger" (Alan Crosland). Er kam am 6. Oktober 1922 in die amerikanischen Kinos. Die Story ist nicht das Wichtigste an diesem Film. Es handelt sich um eine rührende Familiengeschichte. Die Hauptsache an diesem Film war: Endlich sprachen die Schauspieler! Und: Es wurde gesungen. Im Grunde war "Der Jazzsänger" (Hauptrolle: Al Jolson) ein Musikfilm. Damit war ein neues Filmgenre geboren. Der Musikfilm hatte eine große Zukunft zu erwarten!

Bedeutende Beiträge zur Filmkunst der 1920er Jahre

In Deutschland herrschte zu Beginn der 1920er Jahre der Expressionismus in der Filmkunst vor. "Das Cabinett des Dr. Caligari" (Robert Wiene 1919/20) gilt als Höhepunkt des expressionistischen Films. Mitte der 1920er Jahre begannen die Regisseure, sich für das Alltagsleben zu interessieren. Die "Neue Sachlichkeit" wurde zum Schlagwort.

Ein großartiges Beispiel für einen neusachlichen Film ist das Dokumentarwerk "Berlin, Sinfonie einer Großstadt" (Walter Ruttmann 1927). In der Sowjetunion brachten zwei Regisseure die Kunst der Montage zur Vollendung: Sergej M. Eisenstein mit "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) und Wsewolod I. Pudowkin mit "Sturm über Asien" (1928). In den USA schafften verschiedene Filmgenres mit Meisterwerken den Durchbruch: Der Monumentalfilm: "Die Zehn Gebote" (Cecil B. De Mille 1923), der Zeichentrickfilm: "Steamboat Willie" (Walt Disney 1928 - einer der ersten Auftritte von Micky Maus!). Und last but not least: Einige der größten Filmkomiker überhaupt haben in den 1920er Jahren abendfüllende Werke geschaffen: Charlie Chaplin: "Goldrausch" (1925), Buster Keaton: "Der General" (1928), Harold Lloyd: "Safety Last" (1923).

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