70er Jahre Musik



Es gehört wohl die den Phänomenen des Alltags, dass die Menschen voller Wehmut und Sehnsucht an vergangene Zeitperioden zurückdenken und dabei nicht müde werden, zu betonen, wie toll doch diese Zeiten waren. Und wenngleich für viele die 80er-Jahre die musikalisch kreativste Periode war, so sind doch bereits in den 70-er Jahre die Weichen dafür gestellt worden.

Radio aus den 1970er Jahren

Zu Beginn der 70-er Jahre hatten die Beatles auf dem Dach der Apple-Studios gerade ihr letztes Konzert gegeben, Elvis Presley war auf dem Höhepunkt seiner Karriere und die Hippie-Bewegung war im Abklingen. Unter diesen Bedingungen entwickelte sich eine teilweise sehr aggressive politische und später auch kulturelle Szene, es fiel also der Startschuss für Heavy-Metal und das damit einhergehende Lebensgefühl, das durch schwarze Lederjacken, möglichst lange Haare und eine wilde bis gewalttätige Bühnenshow gekennzeichnet war. Wie weit die Rockszene vom "bürgerlichen" Leben entfernt war, zeigt der Film "Rocky Horror Picture Show" von 1973. Musikalische Vertreter und Vorreiter jenes Genres waren beispielsweise Led Zeppelin, The Rolling Stones, Jethro Tull und Black Sabbath (Ozzy Osbourne). Andere Bands wie Genesis, Pink Floyd, Emerson, Lake and Palmer oder auch Deep Purple verfolgten eine eher experimentellen Ansatz und setzten dabei mehr auf die aufkommenden elektronischen Instrumente, die vollkommen neue Klangwelten eröffneten.

Eine noch deutlichere Abgrenzung zum Rock brachte der Glam-Rock. Die Musik war zwar immer noch rockig und auch die (damals) modernen Synthesizer & Co. ("Mini-Moog Model D") waren nun reif für den Masseneinsatz. Aber beinahe noch wichtiger als die Musik waren die Outfits der Glam-Rocker. Mit phantasievollen und farbenfrohen Glitzerkostümen und den berühmten Plateau-Schuhen war die Trennung von den selbstgemachten Batik-Shirts und den Jesus-Latschen der Hippies endgültig vollzogen. Zu nennen wären hier Slade, Sweet oder auch T. Rex (Marc Bolan). Andere Künstler trieben Kostüme, Outfit und Musik auf die teilweise surrealistische Spitze. Insbesondere David Bowie erwies sich hier als Visionär, Vorreiter und Triebfeder gleichermaßen ("Ashes To Ashes"), aber auch Kiss oder Queen müssen hier genannt werden.

Von den 70ern in die 80er

Aber so unterschiedlich die Outfits, die Bühnenshow und die musikalischen Ansätze auch waren, es war nach wie vor Rock-Musik. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sich eine andere Musikrichtung herausbildete. Hier standen weichgespülte Pop-Songs mit einfachen Rhythmen, gängigen Melodien und einprägsamen Textpassagen auf dem Spielplan, weil man mit diesem Konzept eine wesentlich größere Publikums-Gemeinde erreichen konnte. Wer also mit den "langhaarigen und vor allem lauten Rüpeln" nichts anfangen konnte, der schenkte sein Herz und vor allem die Ohren den Bay City Rollers, Bee Gees, Rubettes, Village People, Abba, Smokie oder auch Sailor. Hier waren neben der Musik vor allem unverwechselbare Outfits ein wichtiger Aspekt, um im Dschungel der kurzlebigen Popsongs nicht unterzugehen. Die Disco-Welle war Höhepunkt dieses Musikstils und markierte zugleich den beginnenden Übergang in die Pop & Wave - Generation der 80-er Jahre.

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