10er Jahre Filme

Die 1910er Jahre brachten für den Film eine ganze Reihe revolutionärer Neuerungen. So besetzte der dänische Regisseur Urban Gad seinen Film "Der Abgrund" mit Asta Nielsen in der Hauptrolle. Die betörende Schönheit mit ihrem verführerischen Schleierblick wurde zu einem der ersten europäischen Filmstars. Sie drehte viele weitere Filme, darunter im Jahre 1911 in Deutschland den Streifen "Heißes Blut", welcher, auf Grund offener Ehebruchszenen, von der Zensur verboten wurde. Im 1914 angelaufenen Film "Engelein" gelang es Asta Nielsen, ihr komödiantisches Talent unter Beweis zu stellen.

1914 wurde in Turin der Grundstein für eine Filmsparte gelegt, welche Sie noch heute gebannt vor die Fernsehschirme oder in die Kinosäle lockt. Mit "Cabiria" erlebte der erste aufwendig gestaltete Monumentalfilm in den 1910er Jahren seine Premiere. Der Streifen entführt in die Zeit des 2. Punischen Krieges und beeindruckt durch seine Massenszenen, seine riesigen Pappkulissen und dem Dreh an Originalschauplätzen. Mit "Quo vadis?" schickten die Italiener in den 1910er Jahren einen weiteren Klassiker dieser Art ins Rennen. Auch das monumentale Historienepos um eine junge Christin und ihre Liebe zu einem römischen Offizier verfehlt seine Wirkung nicht und gilt heute als eines der frühesten Meisterwerke der Filmgeschichte.



Die Historie Hollywoods

Auch die Historie Hollywoods begann in den 1910er Jahren. An der Kreuzung Sunset Boulevard/Gower Street wurde im Oktober 1911 das erste Filmstudio eröffnet. Ein Jahr später waren bereits 15 weitere unabhängige Filmstudios in dem legendären Vorort von Los Angeles beheimatet. Mit Sicherheit haben auch Sie sich schon köstlich amüsiert über die Slapstick-Komödien der amerikanischen Filmindustrie. Mack Sennett inszenierte mit "Cohen auf Coney Island" die erste Filmburleske dieser Art im Jahre 1912. Inmitten rasanter Verfolgungsjagden und turbulenter Tortenschlachten bekam auch Charlie Chaplin 1914 sein erstes Engagement. Drei Jahre später schloss mit ihm die First National einen Millionen Dollar Vertrag ab. Mit einem jährlichen Honorar von einer Million Dollar wurde Charlie Chaplin zum höchstbezahlten Filmstar seiner Zeit.

Fantomas

Doch nicht nur die großen Clowns tummelten sich in den 1910er Jahren auf der Leinwand. Auch das Verbrechen hielt Einzug in die Kinosäle. Im Jahre 1913 feierte in Paris "Fantomas" Premiere. Der gerissene Verbrecher der stets unerkannt blieb, schockte und faszinierte ein Millionenpublikum. In Deutschland feierte Paul Wegener Erfolge im Film der 1910er Jahre. In Berlin wurde 1913 "Der Student von Prag" aufgeführt. Der Streifen thematisiert das der romantischen Literatur entnommene Motiv der Persönlichkeitsspaltung und begründete eine speziell im deutschen Film zu findende Tradition, welche bereits ein Jahr später mit "Der Golem" ihre Fortsetzung erlebte.

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